Andacht aus unserem Gemeindebrief Dezember 2021-Januar 2022

Andacht aus unserem Gemeindebrief Dezember 2021-Januar 2022

Liebe Leserin und lieber Leser,

Alle Jahre wieder…


Zwei Menschen sind auf dem Weg. Josef muss sich zählen lassen. Maria ist schwanger und sie geht mit Josef diesen Weg in seine Heimatstadt.


Alle Jahre wieder kommt das kleine Kind zur Welt. Wir können davon hören in Geschichten, in Liedern, im Krippenspiel. Alle Jahre wieder können wir diesen Weg mitgehen im Erinnern und uns in manchem vielleicht wiederfinden. Das Kind der 17-jährigen jungen Frau wird begleitet von schützenden Träumen, von Schafhütern und Engelsgestalten. Eine schwierige Situation, eine beängstigende Situation braucht Schutz. Das Kind, das geboren wird, braucht Schutz. Noch ist es klein. Alles, was geboren wird, braucht Schutz. Jede Krise, jeder Neuanfang, eine Idee. Ein Umbruch braucht eine Geburt.


In dieser alten Geschichte können wir uns erinnern lassen: Mein Gott wächst mit im Aufbruch. So, wie bei Josef vielleicht. Josef braucht den Weg, um das Kind als sein Kind anzunehmen. So, wie bei Maria vielleicht. Maria braucht den Weg, um ihr kleines Kind als Geschenk von Gott zu erkennen. Es ist anders gekommen als gedacht… Aber nun soll das Kind zur Welt kommen. Und Gott wird mit Jesus geboren.


Dann sind da die Hirten. In ihnen wächst auch etwas von Gott, so stelle ich
mir das vor. Sie trauen den fremden Stimmen auf ihrem Feld. Sie trauen
Gott zu, dass so was sein kann. Dass es sein kann, dass ein Kind sie, die
herumziehenden Gesellen, heil macht. Ein Versprechen an einem Ort, bei
Menschen, die nicht so leicht jemandem trauen und wohl nicht bei jeder
Erscheinung ihren Weg ändern und eine Verheißung suchen.


Alle Jahre wieder. Vielleicht kann ich mich wiederfinden in dieser Hoffnungsgeschichte. Vielleicht nicht jedes Jahr. Und nicht alles kenne ich von
diesen verschiedenen Menschen in ihrer Geschichte mit Gott.


Aber manchmal doch. Oder ich habe es erlebt… dass Leben, mein vertrautes Leben, einen Riss bekommt. Einen Bruch. Dass Vertrautes nicht mehr trägt. Manchmal habe ich es erlebt, dass Zuspruch mich erreicht. Dass ich angesprochen werde, in Bewegung gerate … und ich breche auf.


Alle Jahre wieder… ist für mich eine Einladung, den Weg dieser Menschen mitzugehen und mich… ja, mich anstupsen zu lassen. Ich will mich erinnern lassen in Gott, der immer wieder geboren wird, in der Geschichte mit seinem kleinen Kind und auch in mir.


So genieße ich die Stimmen der Kinder im Krippenspiel, habe die Botschaft auch mit ihnen vor Augen und mag sie einlassen bei mir. Beim Gesang des Chors, bei der Orgelmusik, im Akkordeonklang können sie mich erreichen, die verschiedenen Töne dieser Botschaft: Euch, mir und Dir ist das Kind geboren zur Hoffnung.


Ich wünsche Ihnen eine Adventszeit und ein Weihnachtsfest mit guten Wegen, mit Hoffnung und Vertrauen, dass Gott auch in Ihrem Leben auftaucht und zur Welt kommt.


Herzliche Grüße, auch im Namen meiner Kollegin Andrea Pistor!

Ihre Kirstin Mewes-Goeze

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