Andacht aus unserem Gemeindebrief April, Mai, Juni 2022

Andacht aus unserem Gemeindebrief April, Mai, Juni 2022

Liebe Leserin und lieber Leser,

„Kommt, wir ziehen in den Frieden, wir lassen diese Welt nicht untergehen,“ singt Udo Lindenberg in seinem mich berührenden Lied und steht vor uns, mit seinen „alten Träumen“… die viel älter sind als Udo oder unsere Wünsche und Hoffnungen auf Frieden.

In einem alten Gebet in der Bibel, Psalm 34, 15 heißt es: Lass ab vom Bösen und tue Gutes. Suche Frieden und jage ihm nach.

Nach Frieden muss gejagt werden. Der Frieden ist nicht einfach zu bekommen. Frieden hat mit Arbeit zu tun, mit Suche, mit Bewegung. In Frieden zu leben, mit sich selbst, mit anderen und auf unserer Welt ist schwer. Wer weiß das nicht.

Bilder des Krieges sind wohl zurzeit vielen Menschen vor Augen. Die Älteren unter uns leiden unter ihren Erinnerungen und manche beginnen zu erzählen, wie es damals war. Plötzlich sind manche Erlebnisse wieder da. Und Viele fassen es kaum, haben wir doch in Europa gedacht, dass wir schon weiter sind. Haben wir doch gedacht, Krieg sei woanders, in Afghanistan und Syrien, in Afrika. Aber wir, wir sind doch auf guten Wegen, mit Begegnungen und Gesprächen, mit Rüstungsabbau.

„Nie wieder Krieg“, so sind manche von uns auf die Straße gegangen und haben demonstriert gegen den Nato-Doppelbeschluss. „Give peace a chance“.

Mich berühren die vielen Demonstrationen gegen den Krieg. Wie schön, dass so viele Menschen bereit sind zu helfen.

Wie traurig und bedrängend ist der Tod von Menschen.

Suche den Frieden und jage ihm nach… Wie geht das mit dem Jagen?

Gott, steh uns bei! Wie kann so ein kleines Land gegen ein großes Land ankommen? Lasst uns hoffen und beten, dass es keinen 3. Weltkrieg gibt.

Lasst uns hoffen und beten, dass Menschen dem Frieden nachjagen und Vernunft wieder einzieht. Krieg kann keine Lösung sein, in der Ukraine nicht, nicht in Syrien und nicht in Afghanistan… Wir sind geboren um zu leben. Miteinander. Diese Hoffnung tragen Menschen auf unserer Welt im Herzen und streben danach. Und doch ist an vielen Orten auch Krieg. Mir macht das Angst. Das „Fürchte Dich nicht“ der Engel, das „Fürchte Dich nicht“ von Gott ist kostbar… und auch so schwer zu leben in bedrän gender Zeit. Und doch, letztendlich, ist es so. Gottes Versprechen gilt uns:

Fürchte Dich nicht, ich bin mit Dir! Das ist mein Gebet für die Menschen in großer Not, hier und da, wo es brennt.

Ich möchte Gott um diesen Frieden bitten. Ich möchte auf Frieden hoffen… gegen alle Zweifel.

Lasst uns dem Frieden miteinander nachjagen und Gott bitten um Kraft in dieser Zeit.

Lasst uns um Kraft und Trost für Menschen bitten in ihrer Not und Verzweiflung in der Ukraine. Kraft für alle, die aufstehen gegen diesen Krieg, in der Ukraine und in Russland. Für russische Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um hier zu leben, dass sie nicht zur Zielscheibe von Aggressionen bei uns werden.

Hoffnung auf Gott wird uns Ostern geschenkt.

Als die Frauen am Ostermorgen zur Grabhöhle gehen, ist nirgendwo Hoffnung. Beladen, verzweifelt, ohne Trost, den Tod vor Augen gehen sie ihren Weg.

Dunkelheit, keine Hoffnung auf Leben ist in ihnen. An der Grabhöhle erleben die Frauen Gott. Sie hören das „Fürchte Dich nicht“ der Engel.

An der Grabhöhle im Grauen des Todes wächst ihnen Hoffnung zu. „Jesus ist nicht hier. Jesus ist bei Gott.“

Und darum auch wir… Gott verbindet sich mit dem Tod und schenkt Leben. Das ist mein Trost für alle, die jetzt sterben. Wenigstens das. Sie sind mit ihrem Namen und ihrer Geschichte bei Gott
in Frieden.

Wo Krieg und Tod quälen, ist uns Hoffnung von Gott versprochen. Ich will auf Wege
bauen, die möglich sind, dass Frieden wird.

Mit Gottes Hilfe. Ein Wunder, so wie damals… und heute auch immer wieder.

Kommt, wir ziehen mit Gottes Osterbotschaft! Diese Welt wird nicht untergehen!

Kommt, lasst uns Ostern feiern auf unseren Wegen mit allem, was uns beschwert,
mit Hoffnung auf Gottes Kraft, die uns bewegt und stärkt.

Seien Sie behütet!

Herzlichst,

Ihre Pastorin Kirstin Mewes-Goeze

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